STOP -
Schmerztherapie in der Onkoligische Pädiatrie Der noch in den 70er Jahren verbreitete Irrglaube, dass Kinder weniger Schmerzen empfinden als Erwachsene, hat zu erheblichen Defiziten hinsichtlich einer standardisierten Schmerztherapie geführt. Auf der Basis der von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) Anfang der 90er Jahre definierten Richtlinien und Forschungsziele sind zwar wesentliche Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt worden, Umfragen ergaben allerdings einen großen Fortbildungsbedarf in den Behandlungszentren. Das Projekt STOP (Schmerz-Therapie in der Onkologischen Pädiatrie) hat zum Ziel, die Schmerztherapie in der Kinderonkologie durch Umsetzung praxisnaher Forschungsergebnisse zu optimieren und dazu beizutragen, Schmerzerfahrungen bei Kindern mit Krebs auf ein Minimum zu reduzieren (STOP dem Schmerz!). In einem 1. Schritt wurde der jetzige Stand der Schmerztherapie durch eine landesweite Fragebogenaktion in allen Kinderonkologien erhoben. Im Vergleich zu Schweden hat die Schmerztherapie in der deutschen Kinderonkologie einen deutlich höheren Standard, allerdings sind auch hier bedeutende Defizite nachzuweisen:
In einem 2. Schritt wurden die "GPOH-Empfehlungen zur praktischen Schmerztherapie" erstellt, an alle kinderonkologisch tätigen Kliniken Deutschlands versandt und allen Interessierten zugänglich gemacht. Darüber hinaus können kostenlos kindgerechte Schmerzmesskarten und -dokumentationsbögen angefordert werden. Die Empfehlungen haben ein breites Echo gefunden. Der 3. Schritt ist ein kontinuierliches Qualitätsoptimierungs-Programm. An 15 interessierten Kliniken wurden Fortbildungsmaßnahmen zur Schmerztherapie durchgeführt. Bis jetzt entschlossen sich acht Kliniken zur Teilnahme am Qualitätsoptimierungs-Programm. In diesen Kliniken werden alle Schmerztherapien auf Dokumentationsbögen festgehalten und vom Projektleiter ausgewertet. Das Ergebnis (Stärken und Schwächen der jeweiligen Schmerztherapie) wird an die jeweilige Klinik zurückgemeldet. Die Klinik erhält Tipps, wie die Schmerztherapie eventuell noch zu verbessern wäre und wie gut diese im Vergleich zu anderen Kliniken ist. Weitere überregionale Fortbildungsmaßnahmen wurden speziell für die beteiligten acht Kliniken konzipiert und dann durchgeführt. Die Zwischenauswertung der Schmerztherapie-Dokumentationsbögen zeigte, dass
Hier sind Verbesserungen möglich, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die acht Kliniken des Qualitätsoptimierungs-Programms der Schmerztherapie offensichtlich einen breiten Raum einräumen und Schmerztherapie optimaler gestalten als Kliniken mit geringem Interesse am STOP-Projekt. Das Projekt hat bereits jetzt nicht nur in der Kinderonkologie eine Menge bewirkt: Schmerztherapie ist mehr in das Interesse der Kliniken gerückt; der großen Nachfrage nach Fort- und Weiterbildung konnte nachgekommen werden; alle wichtigen Schmerztherapie-Lehrbücher werden in Zukunft auch ein ausführliches Kapitel über Schmerztherapie in der Kinderheilkunde und -onkologie enthalten; andere Bereiche der Kinderheilkunde haben durch das Projekt im Rahmen von Fortbildungen profitiert. Erfreulicherweise zeigen sich in vielen Bereichen der Pädiatrie erste Veränderungen der Schmerztherapie. Wissenschaftlich betrachtet konnten wichtige epidemiologischen Daten gewonnen werden. Erstmalig wurden Qualitätsmerkmale einer Schmerztherapie definiert, in der Praxis validiert und dem klinisch tätigen Arzt in hilfreicher Form zurückgemeldet. Das Projekt STOP hat Defizite in der klinischen Schmerztherapie offenbart, die es offensiv anzugehen gilt. Folgende Aufgaben müssen vorrangig bearbeitet werden:
Das STOP-Projekt wird unterstützt durch den DLFH-Dachverband in Kooperation mit der "Münchener Elternstiftung - Lichtblicke für schwerkranke und krebskranke Kinder -" und der Mundipharma GmbH, Limburg. Projektleiter:
Dr. Boris Zernikow, Vestische Kinderklinik Universität
Witten/Herdecke Quelle: DLFH-Dachverband Bitte beachten Sie auch
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